Wilhelm Mertens

Wilhelm Mertens

Wilhelm Mertens
Wilhelm Mertens wurde am 22. März 1882 in Braunsburg (im damaligen Ostpreußen) geboren.

Im Alter von 9 Jahren erkrankte er an Diphterie, wurde operiert und war seitdem gehörlos.

Darauf erfolgte seine Umschulung in die Taubstummenanstalt Königsberg.

Nach seinem Schulabschluss erlernte er zunächst den beruf des Schriftsetzers und qualifizierte sich weiter zum Korrektur.

Seit 1904 gehörte er dem Deutschen Buchdruckerverband (Taubstummenabteilung) an, wo er sich aktiv für die Interessen der taubstummen Kollegen einsetzte.

1918 wurde der Bühnenclub der Taubstummen gegründet, dessen Mitbegründer er war.

Er schrieb Theaterstücke und spiele auch in diesen mit.

Das bekannteste Werk: „Die verkannten Bekannten“.

Nach seiner Rückkehr aus der Sowjetunion, wo ein Gewerkschaftstreffen stattfand, wurde er 1933 verhaftet und in das Zuchthaus Sonneberg gebracht.

Nach seiner Freilassung erhielt er Berufsverbot.

Als aktiver Wegbereiter setzte er sich nach der Zerschlagung des Faschismus für die Gründung einer Gehörlosenorganisation ein.

Sein unermüdlicher Einsatz für das Gehörlosenzentrum in der Schönhauser Allee gehört zu den Höhepunkten seines Schaffens.

1958 wurde er als erster Gehörloser mit dem „Samuel Heinicke Preis“ ausgezeichnet.

Er war Ehrenpräsident des Gehörlosenverbandes.

Am 27. Juni 1960 verstarb er und wurde auf dem Friedhof in Berlin- Höhenschönhausen beigesetzt.